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World Health Day 2002

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Startseite : 2002 Bewegung : zentrale Veranstaltung : Programm : Rede des Präsidenten der Bundesärztekammer

 Gesundheitsförderung und Prävention
aus der Sicht der Bundesärztekammer

Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe,
Präsident der Bundesärztekammer

Gesundheitsförderung ist aus ärztlichem Selbstverständnis die Grundlage jeder Patientenbetreuung. Nur durch die stete Beachtung der Ursachen-Wirkungszusammenhänge von individuellen Verhaltensweisen und Lebensumständen des Patienten können auch Maßnahmen der Kuration und Rehabilitation auf längere Sicht zum Erfolg führen.

Prävention hat jedoch einen vielschichtigen Ansatz, der von der Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung über die Früherkennung, die Krankheitsbewältigung bis hin zur Rehabilitation reicht. Gesundheit wird jedoch auch beeinflusst durch soziale Benachteiligung, Belastungen am Arbeitsplatz und das Freizeitverhalten, um nur einige wenige Aspekte aufzuzeigen.


Was bedeutet Gesundheit für den Einzelnen? - Leistungsvermögen? subjektives Wohlbefinden?

Diese wenigen Stichworte zeigen, wie komplex das Thema "Prävention" ist. Wir als Ärzte müssen daher das Gespräch nicht nur mit dem Patienten im Kontext seiner Krankheit suchen, sondern auch mit dem Bürger. Dies bedeutet dann natürlich auch einen Perspektivenwechsel, denn es steht nicht mehr die Krankheit im Vordergrund, sondern die Gesundheit.

Wenn der Einzelne befähigt werden soll seine Gesundheit zu stärken, indem er lernt, gesundheitsschädigendes Verhalten zu erkennen und dieses Verhalten zu Gunsten eines gesundheitsfördernden Lebensstiles aufzugeben, dann muss die Bürgerin/der Bürger motiviert und beraten werden.

Bei der Komplexität der Präventionsansätze können diese Aktivitäten auch nicht von einer Profession allein bewältigt werden, sondern hier ist ein Zusammenspiel aller im Gesundheits- und Sozialbereich engagierten Institutionen und Organisationen zu fordern.

Daher begrüße ich Ihre Bemühungen zur Prävention sehr, Frau Ministerin . Die Initiativen dazu, z. B. im Rahmen des Runden Tisches seien hier nur erwähnt. Ich denke, wir sind hier auf einem guten Weg!

Doch nun zum Weltgesundheitstag, der unter dem Motto "Gesund leben - in Bewegung bleiben" steht.
Die Frage, ob sich mit Bewegung und Sport Krankheiten vorbeugen oder sogar heilen lassen, wurde bereits in der Antike diskutiert. Bereits aus der Zeit 800 - 1000 vor Christus ist ein altindischer Sanskrittext überliefert, der gezielte Leibesübungen und Massage gegen Rheumatismus empfiehlt.

Über die Bewegungstherapien der griechischen Antike wissen wir wesentlich mehr als über die altindische, da uns die antike Denkweise bis heute begleitet. Diese Therapien gehen auf eine Systematik des Hippokrates (460-377 v. Chr.) zurück, der seine Bewegungstherapien sehr genau abstellte auf die Jahreszeit, die Konstitution des Patienten und die Übungsintensität.

Wenn auch die Geschichte der Bewegungstherapie im Laufe der Jahrhunderte sehr vielen Schwankungen unterworfen war, so konnte doch in den vergangenen Jahrzehnten durch intensive Forschung die Bedeutung der Bewegungstherapie wieder ins rechte Licht gerückt werden.

Nicht zuletzt hat sich das "Interdisziplinäre Forum der Bundesärztekammer" im Januar diesen Jahres intensiv mit dem Thema "Bedeutung der körperlichen Aktivität" befasst. Es bestand Konsens, dass eine zielgerichtete, auf das Individuum abgestimmte Bewegung eine gesundheitsfördernde Wirkung hat und somit zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann.

Bewegung ist ein wichtiger Baustein für eine gesunde Lebensführung und kann wesentlich dazu beitragen das subjektive Wohlbefinden des Einzelnen zu stärken. Somit wäre ich wieder am Ausgangspunkt meiner Ausführungen.

Ich wünsche dem Weltgesundheitstag 2002 alles Gute und viel Erfolg; für die Beteiligten eine persönliche Bereicherung!